Übungstipps

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Tipps zum Thema Üben

  • Üben lernst du nur durch Üben.
  • Vor Beginn der Übungssitzung überlege, was willst du erreichen?
    • Definiere dein Ziel möglichst konkret, idealerweise schriflich.
    • Beispielsweise: Takt1 bis Takt8 auswendig lernen.
  • Du kannst kein Stück mit großer Mühe und Anstrengung mehr schlecht als recht einstudieren, das du nicht wenige Monate später mit Leichtigkeit spielen kannst. Konsequentes Üben vorausgesetzt.
  • Wenn du ein Stück nicht direkt vom Blatt spielen kannst (natürlich ganz langsam), dann ist es vermutlich zu schwer für dein momentanes Spielniveau. Oder du gehörst zu den Glücklichen, die keine Noten brauchen und alles auswendig nach Gehör spielen. Idealerweise kannst du beides, sowohl nach Gehör spielen als auch Noten lesen.
  • Übe immer musikalisch; d.h. die Noten nicht mechanisch „runterleiern“ bist du glaubst, das Stück technisch zu beherrschen.
  • Übe fehlerfrei. Wenn du ständig den gleichen Fehler wiederholst, wirst du den Fehler einüben. Wenn du eine Stelle nicht fehlerfrei beherrschst, dann spielst du sie zu schnell, reduziere das Tempo.
  • Langsam üben; wenn du langsam übst, übst du doppelt. Du kannst kein Stück schnell spielen (d.h. im gewünschten Tempo), wenn du es nicht langsam beherrschst. Mit viel Tempo kannst du dich über die kritschen Stellen mogeln.
  • Kontra-intuitiv üben: nicht ständig das Stück von vorne spielen bis zum ersten Fehler, dann wieder von vorne. Fange beispielsweise von hinten an, zuerst den letzten Takt, dann die beiden letzten Takte, die drei letzten Takte usw. Wenn du vorne angekommen bist, wirst du den hinteren Teil wesentlich besser beherrschen als mit der althergebrachten Methode.
  • Identifiziere Schwachstellen und übe diese gezielt. „Im Kreis“ üben, d.h. mit geeigneten Anschlussstellen wiederholen.
  • Bei besonders virtousen Stellen musst du die Idee aufgeben, jeden einzelnen Ton bewusst zu steuern, übe statt dessen das komplette Bewegungsmuster ein.
    • Die Ursache dafür liegt darin, dass zwei verschiedene Gehirnregionen zuständig sind. Das Großhirn steuert langsame, bewusste Bewegungen, für automatisierte schnelle Bewegungen sind die Basalganglien zuständig. Wenn jeden Ton bewusst anschlägst, bleibst du gewissermaßen in der Großhirnrinde und wirst an eine Geschwindigkeitsbarriere stoßen, egal wie viel du übst, mit dem Metronom z.B.
  • Übe konzentriert, mache Pausen, sobald du Ermüdung verspürst. Höre rechtzeitig mit dem Üben auf.
  • Die Basalganglien sind eine sehr alte Gehirnregion und aus diesem Grund sehr konservativ, d.h. was einmal drin ist, bleibt drin, daher verlernt man Schwimmen, Radfahren etc. nicht mehr.
    • „Was Hänschen gelernt hat, verlernt Hans nimmermehr.“
    • Die schlechte Nachricht ist, dass ungünstige bzw. falsche Bewegungsmuster ebenfalls dauerhaft gespeichert werden. Nur mit viel Mühe kannst du ein besseres Muster neu einüben und wirst bei Stress immer wieder in das falsche Muster zurück fallen.
    • Je jünger der/die Schüler/in, desto besser sollte der/die Pädagoge/in sein!
  • Zu viele Wiederholungen (>150) schwächen den Lerneffekt (Penelope-Effekt). Der Grund liegt darin, dass du mit steigender Ermüdung den ermüdeten Bewegungsablauf einübst. Dieses Problem betrifft vermutlich die wenigsten Schüler/innen.
  • Technik ist nicht alles, aber ohne Technik ist alles nichts.
  • Zukünfige Berufsmusiker über bereits mit 7 Jahren etwa doppelt so viel wie spätere Hobbyspieler. Dafür wurden im wesentlichen drei Gründe festgemacht: das positive Erleben des eigenen Fortschritts, ehrlich interessierte Eltern (z.B. bleibt während des Übens die Tür zum Musikzimmer offen; die Eltern interessieren sich für die Fortschritte, ohne sich jedoch in den Unterricht mit „guten Ratschlägen“ einzumischen) und ausgezeichnete LehrerInnen.
  • Bringe Abwechslung in den Übungsalltag, übe an mehreren Stücken gleichzeitig. Konzentrierst du dich auf ein einziges Stück, so bringt das zwar kurzfristig schnellere Verbesserungen, längerfristig droht jedoch Langeweile. Die Stücke sollten möglichst unterschiedlichen Charakter haben, gleichzeitig an drei Chopinwalzern zu üben bringt nicht die erforderliche Abwechslung.
  • Prof. Altenmüller erwähnt eine Studie, wonach Pianisten ein Übepensum von etwa 3.5-4 Stunden täglich benötigen, um ihr Niveau aufrecht zu erhalten. Diese Zahl erscheint mir plausibel, sie erklärt auch, warum du mit einer Übezeit von einer halben Stunde täglich keine wirklich Fortschritte machst.
  • Du bist nicht zu alt, um ein Instrument zu lernen. Im Gehirn bilden sich durch Training neue Verbindungen und Synapsen.

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